Leserbrief an den Donaukurier: Künftige Solarförderung ist nicht teuer
Generell ist die Berichterstattung des Donaukuriers zu erneuerbaren Energien ausgewogen und fair. So wurde vor einigen Wochen auch richtig darüber berichtet, dass die erneuerbaren Energien zuletzt nur zu einer minimalen Erhöhung der EEG-Umlage und damit des Strompreises geführt haben. Die EEG-Umlage wäre sogar gesunken, wenn nicht durch die jüngste Gesetzesänderung der Großteil der Industrie von der Umlage befreit worden wäre, womit eine ungleich größere Last den privaten Stromkunden auferlegt wurde.
Im Artikel „Teure Solarförderung“ auf Seite 1 am 9. Januar wurden aber einseitig die Argumente der Stromkonzerne dargestellt; anscheinend waren die Solarverbände wegen Weihnachtsurlaub wenig aktiv. Ich bin seit 20 Jahren in diesem Markt tätig und muss daher einiges richtigstellen:
Die Solarförderung wurde nicht geschaffen, um die deutschen Solarmodulhersteller zu fördern. Die meisten Arbeitsplätze durch Photovoltaik entstanden auch nicht bei Modulherstellern, sondern in vielen kleinen Handwerksbetrieben. Die Solarförderung wurde geschaffen, um der derjenigen erneuerbaren Energie zum Durchbruch zu verhelfen, die bei uns das größte Potential hat und am wenigsten stört. Dieser Durchbruch, die breite Markteinführung der Photovoltaik, ist jetzt immer stärker sichtbar. Doch dieser Erfolg führt zu einem politischen Machtkampf mit den klassischen Stromkonzernen, deren politische Handlanger jetzt wieder nach stärkeren Kürzungen der Sonnenstrom-Förderung schreien. Diese Forderung ist schlicht unnötig: Steigende Installationsmengen, wie der Rekord-Zubau im Dezember, führen schon nach dem bestehenden Gesetz automatisch zu stärkeren Kürzungen. So ist nach den aktuellen Zahlen so gut wie sicher, dass zum 1. Juli genauso wie soeben schon am 1. Januar wieder um 15% gekürzt wird.
Es ist volkswirtschaftlich unlogisch, die Gesamtkosten der Photovoltaik-Förderung zu diskutieren, das ist nur für eine reine Neiddiskussion geeignet. Volkswirtschaftlich muss man klar trennen in die Förderkosten der bereits gebauten Anlagen und der zukünftigen. Die hohen Milliardenbeträge resultieren aus der hohen Förderung der Anfangsjahre. Es ist nutzlos, darüber zu streiten, ob diese zur Markteinführung notwendig war. Fakt ist einfach, dass an der 20 Jahre laufenden Förderung für bisherige Anlagen keine Regierung etwas ändern kann, da die Anlagenbetreiber verfassungsrechtlich geschützten Bestandsschutz haben. Zur Diskussion stehen daher nur die Kosten der Förderung künftiger Anlagen. Bereits durch die im bestehenden Gesetz vorgesehenen automatischen Kürzungen wird die Kilowattstunde Sonnenstrom schon nächstes Jahr billiger sein als Windkraft vom Meer!
Die Meeres-Windkraft ist der Hauptpfeiler von Merkels Energiekonzept. Die Vergütung für Windkraft vom Meer wird bis 2016 nicht gekürzt, bis dahin wird Solarstrom auch ohne Gesetzesänderungen viel weniger bekommen. Dabei haben wir ja vor einigen Wochen lesen müssen, dass bereits jetzt die Stromleitungen von Norddeutschland zu uns nicht ausreichen, um den jetzigen Windstrom zu transportieren, und der Netzausbau soll, selbst wenn alles klappt, 8 Jahre dauern. Da ist es wesentlich günstiger, Sonnenstrom bei uns zu erzeugen und zusätzlich Speichertechniken zu fördern.
So laufen Biogas-Anlagen bisher meist rund um die Uhr gleichmäßig, dabei wird der große Vorteil nicht ausgenutzt, dass Biogas einfach in Gasbehältern gespeichert werden kann. Mit relativ geringem Mehraufwand können Biogas-Anlagen so betrieben werden, dass sie dann richtig viel einspeisen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Hier kann die Politik sinnvoll handeln, und nicht bei zusätzlichen Kürzungen.
Die Arbeit zum Aufbau der Solarenergie als wesentlichem Baustein der Energiewende wurde mit großem Aufwand geleistet, jetzt kann man die Früchte ernten: billigen Solarstrom!
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